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Positives Echo auf PolitikerInnen-Speed-Dating an der Stammschule

Bereits vor einigen Wochen knallten in der Fachschaft Gemeinschaftskunde ideell die Sektkorken, als bekannt wurde, dass unsere Berufsschule zu den 15 deutschlandweit ausgewählten Bildungseinrichtungen gehören würde, die im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 in ein neues, Spannung versprechendes Projekt der Deutschen Gesellschaft e.V. eingebunden werden sollte.

In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung galt es eine 5-stündige Veranstaltung für junge Menschen und ErstwählerInnen vorzubereiten, die auf eine innovative und interessante Art und Weise der geringen Wahlbeteiligung unter den ErstwählerInnen sowie der Politikverdrossenheit bei jungen Menschen entgegenwirken sollte.

Zunächst folgten am Projekttag die 75 teilnehmenden SchülerInnen dem interessanten Vortrag des Projektinitiators Niels Dehmel, in dem er sehr anschaulich und ansprechend allgemeine Informationen über das deutsche Wahlsystem und die bevorstehende Bundestagswahl vermittelte. Die Bedeutung und die Chancen der eigenen Stimmabgabe wurden darin ebenso verdeutlicht wie die Auswirkungen einer Wahlenthaltung.

Interaktive Workshops bildeten anschließend eine Art Brücke zwischen dem ersten Teil und dem zentralen Element des Projekts, der Begegnung zwischen den SchülerInnen und den DirektkandidatInnen des Wahlkreises der Schule zur Bundestagswahl. Die Jugendlichen nutzten die „World-Cafes“, um ihre Kenntnisse über die Thematik zu verbessern und einen praktischen Bezug zu den bevorstehenden Wahlen herzustellen. Vier Themenbereiche – Ausbildung/Job, soziale Gerechtigkeit, Sicherheitspolitik, Flüchtlinge – luden die TeilnehmerInnen zum Brainstormen und Sammeln ihrer Ideen ein. Daraus entwickelten sie dann in Kleingruppen Interviewfragen für die PolitikerInnen.

Das Speed-Dating rundete den Tag nicht nur ab, sondern war gleichzeitig der Höhepunkt dieser modernen und von allen Beteiligten sehr gut angenommenen Workshop-Konstellation.  Eingeladen waren VertreterInnen der vier im Bundestag vertretenen Parteien (Jens Lehmann - CDU, Daniela Kolbe - SPD, Franziska Riekewald - Die Linke, Volker Holzendorf - Bündnis'90/Die Grünen). Diese gingen direkt an die thematischen Tische, an denen ihnen jeweils bis zu 18 Schülerinnen und Schülern gegenübersaßen. Auf deren Fragen mussten die PolitikerInnen möglichst kurz antworten. Häufig entwickelte sich daraus ein politisches Gespräch auf Augenhöhe, das die SchülerInnen ohne Berührungsängste führten und in dem sie sich immer wieder zu Wort meldeten und nachhakten. Und auch den politischen Gästen war anzumerken, dass sie dankbar dafür waren, sich über diese Veranstaltung direkt über die Interessen der jungen Erwachsenen informieren zu können. Zum Luftholen kamen sie während der sehr lebendigen Speed-Datings allerdings kaum, zumal die Kandidaten für das Bundestags-Direktmandat des Wahlkreises 152 aller 20 Minuten schon wieder die Gesprächstische wechseln und sich neuen Fragen der insgesamt sehr aktiven und wissbegierigen Schülerschaft stellen mussten.

Demokratie braucht die Beteiligung von allen – zumindest in der Form, dass die WählerInnen in Deutschland von ihrem aktiven Wahlrecht auch tatsächlich Gebrauch machen. Veranstaltungen wie diese, der ein äußerst positives Feedback bescheinigt werden muss, wurde sie doch von den SchülerInnen und PolitikerInnen als interessant, anregend und sinnvoll beschrieben, zeigen, wie wichtig es ist, die Vermittlung politischer Inhalte attraktiv zu gestalten. Damit kann es letztlich gelingen, die Menschen zu überzeugen, dass sie mit der Abgabe ihrer Stimme tatsächlich etwas bewirken können. Für den 24.9. ist es wichtig, möglichst vielen Projektteilnehmern diesen Fakt deutlich gemacht zu haben.


J. Zangrando