Schüler statteten Sächsischem Landtag Besuch ab

Wenige Tage vor der Bundestagswahl waren die Schüler der IT 15/1 ausgezogen, um dem landeseigenen Pendant, dem Sächsischen Landtag, einen Besuch abzustatten und den ganz normalen Alltag eines (sächsischen Landtags-)Abgeordneten kennenzulernen.

Die Idee dazu kam von den angehenden Informatikern selbst. Im Gemeinschaftskundeunterricht wurde diese geboren und durch das lobenswerte Engagement von Matthias Baumgarten, einem ihrer Mitschüler, nicht nur am Leben gehalten, sondern am 12.09.2017 auch in die Tat umgesetzt. Dank einer intensiven unterrichtlichen Internetrecherche begegneten die Auszubildenden vor den Türen des sächsischen Landtags ihrem Gastgeber nicht unvorbereitet. 

Auf Rene Jalaß , den ehemaligen Leipziger Sozialarbeiter, der seit Februar diesen Jahres als Abgeordneter sächsische Landtagsluft inhaliert, warteten nach dem sehr informativen 90-minütigen Rundgang durch das Haus der Volksvertreter viele Fragen der politisch interessierten Jugendlichen. Mindestlohn, Abgeordneten-Diäten, Grundeinkommen, Legalisierung synthetischer Drogen, Alternativen zum möglichen Braunkohlestopp – inhaltlich waren dabei keine Grenzen gesetzt. Dabei überzeugte der 31-Jährige nicht nur mit seinem Fachwissen, sondern konnte sich auch durch seine Offenheit und Unkompliziertheit schnell die Aufmerksamkeit seiner Gäste sichern. Und weil die wussten, dass er als Sprecher für Drogen- und Netzpolitik seiner Fraktion klare Ansagen macht, entspann sich eine lebhafte Debatte um die Frage, ob Marihuana frei gegeben werden solle oder nicht. „Ja“, so der Fachmann. „Verbote fördern den Schwarzmarkt und damit tödliche Beimischungen von Streckmitteln. Eine Entkriminalisierung ermöglicht Verbraucher-, Gesundheits- und Jugendschutzmaßnahmen.“ Viele fraktionsferne Unterstützer habe er für seine Position zwar noch nicht gefunden, aber er wolle weiter Überzeugungsarbeit leisten. Bei vielen der jugendlichen Gäste konnte er dagegen schon jetzt mit seinen Argumenten punkten.

Nach vier Stunden politischer Bildung der anderen Art bedankten und verabschiedeten sich die IT-ler in der Landeshauptstadt und traten den für sie kostenfreien Transfer in die Messestadt an.

12.09.2017


J. Zangrando, 16.09.2017